Was ist ein Testament?

Das Testament (als andere Bezeichnung ist der letzte Wille bekannt) ist die schriftliche Verfügung eines Erblassers darüber, wie nach seinem Tod mit seinem Vermögen zu verfahren ist. Ein Errichter des Dokuments greift auf dieses Mittel zurück, wenn er aus ganz bestimmten Gründen die gesetzliche Erbfolge umgehen möchte.

In der Gestaltung des testamentarischen Schriftsatzes ist der Errichter frei. Er kann seinen Nachlass z. B. an einen Alleinerben übergeben oder eine Erbengemeinschaft einsetzen. Das Erbrecht erlaubt ihm zudem, Vermächtnisse auszusprechen. Ein Vermächtnisnehmer zählt nicht zu den Direkterben. Aufgrund der Verfügung des Erblassers erhält er aber einen bestimmten Gegenstand oder einen Geldbetrag, zu deren Herausgabe die Erben verpflichtet sind.

Die spezielle Nichterwähnung von Personen, die nicht bedacht werden sollen, ist nicht erforderlich. Wer in der testamentarischen Verfügung nicht genannt ist, erbt auch nichts.

Den Pflichtteilsanspruch einer Person, die nichts erben soll, kann der Testamentserrichter aber nicht umgehen. Auf seinen Pflichtteil hat der Nichterbe einen rechtlichen Anspruch, der im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) fixiert ist. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Sobald ein Elternteil, Familienangehörige, Freunde oder der Ehepartner verstirbt, gibt es neben den emotionalen Aufgaben, die man bewältigen muss, noch sehr viele rechtliche Dinge, die es nach dem Todesfall zu erledigen gilt. Erhalten Sie hier die wesentlichen Informationen in aller kürze.

Die gesetzliche Erbfolge und die Folgen einer Testamentserrichtung

Das deutsche Erbrecht sieht für den Übergang eines Nachlasses zwei Wege vor. Zunächst bestimmt sich ein Nachlassempfänger durch die vom Gesetz bestimmte Rangfolge. Als erste Erben der gesetzlichen Erbfolge kommen die Personen der ersten Ordnung in Betracht. Hierzu zählen alle Personen, die direkt vom Erblasser abstammen (Kinder) oder von ihm angenommen wurden (Adoptivkinder und Stiefkinder).

Nach der zweiten Ordnung werden neben den Eltern des Erblassers alle Personen zum Nachlassempfänger bestimmt, die von den Eltern abstimmen. Es sind die Brüder und Schwester des Verstorbenen.

In der dritten Ordnung sieht das Erbrecht die Großeltern des Verstorbenen. Die vierte Ordnung erklärt die Urgroßeltern zum erbberechtigten Personenkreis.

Der Ehegatte des Verstorbenen ist in der gesetzlichen Erbfolge sind explizit erwähnt. Er erbt immer die Hälfte des Nachlasses.

Beispiel:

Ein Verstorbener hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder. Weil er seinen letzten Willen nicht in Schriftform abgefasst hat, tritt die vom Gesetzgeber gewollte Rangfolge in Kraft. Die Kinder bekommen jeweils 25 % des Nachlasses. Der Ehefrau steht ein Anteil von 50 % zu.

Die gesetzliche Erbfolge kann durch die Errichtung eines Testaments umgangen werden. Liegt der letzte Wille eines Erblassers in Schriftform vor, treten die Ordnungen der vom Gesetzgeber bestimmten Rangfolge in den Hintergrund. Als Erbe gilt die Person, die der Erblasser in seinem letzten Willen bestimmt hat.

Die Form des letzten Willens

Möchte der Erblasser seinen Nachlass durch eine testamentarische Verfügung weitergeben, muss er einige Dinge beachten.

Eine spezielle Form wie der letzte Wille auszusehen hat, gibt der deutsche Gesetzgeber nicht vor. Für die Wirksamkeit des Dokuments ist es aber erforderlich, dass der Schriftsatz eigenhändig aufgesetzt und von dem Errichter selbst unterschrieben wird. Aus der Unterschrift sollen der Vorname und der Zuname des Erblassers hervorgehen. Um spätere Unklarheiten zu vermeiden, sollte der letzte Wille mit dem Ort und dem Tag der Errichtung versehen werden.

Eine testamentarische Verfügung, die der Erblasser mit der Schreibmaschine oder auf einem Computer verfasst hat, ist nicht rechtsgültig. Dies führt dazu, dass die vom Erblasser nicht gewollte Rangfolge des Gesetzgebers zur Anwendung kommt.

Ist es einem Erblasser aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, seinen letzten Willen selbst zu verfassen, darf nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Hamm keine andere Person diese Aufgabe übernehmen oder die Hand des Erblassers führen (OLG Hamm, Beschluss vom 11.09.01, 15 W 224/01, Randnummer 24). Um in diesem Fall einen letzten Willen zu verfassen, der rechtswirksam und über jeden Zweifel erhaben ist, muss der Erblasser die testamentarische Verfügung von einem Notar aufsetzen lassen. Dies gilt nach § 2233 Absatz 2 BGB auch, wenn der Erblasser nicht mehr lesen kann.

Vertrauen Sie auf die Erfahrung eines Anwalts für Erbrecht in Hannover

Ein fachkundiger Rechtsanwalt unterstützt seine Mandanten in allen Fragen zum Erbrecht. Bei der Errichtung eines Testaments oder eines Erbvertrages steht er Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Haben Sie weitere Fragen, wie Sie Ihren Nachlass planen oder welche Pflichten auf Sie zukommen, wenn Sie ein Vermögen geerbt haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Berater für Erbrecht in Hannover.

Wer darf eine testamentarische Verfügung errichten?

Jede volljährige Person darf sein Erbe mittels einer testamentarischen Verfügung an einen anderen übergeben. Ist ein Erblasser noch minderjährig, billigt § 2229 Absatz 1 BGB ihm die Testierfähigkeit mit Vollendung des 16. Lebensjahres zu.

Für die Errichtung seines letzten willens benötigt ein minderjähriger Erblasser nicht die Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters. Weil der deutsche Gesetzgeber eine minderjährige Person als zwingend schutzbedürftig ansieht, ist es aber notwendig, dass die testamentarische Verfügung notariell beurkundet wird.

Welche erbrechtlichen Verfügungen darf ein Testament enthalten?

Das deutsche Erbrecht sieht vor, dass ein Erblasser mit dem schriftlichen Dokument die folgenden erbrechtlichen Verfügungen treffen darf:

Mit der Verfügung von Todes wegen kann der Erblasser die Erbeinsetzung nach seinen Vorstellungen vornehmen. Er kann einen oder mehrere Rechtsnachfolger bestimmen. Geht das Erbvermögen auf mehrere Personen über, sollte die testamentarische Verfügung Auskunft darüber geben, wie hoch der einzelne Anteil der jeweiligen Personen ist (Erbquote).

Die Erbausschließung ist bei der Erklärung über den letzten Willen nicht zwingend erforderlich. Es spricht aber auch nichts dagegen, wenn der Erblasser eine oder mehrere Personen von dem Vermögensübergang ausschließen möchte.

Mit der Verfügung von Todes wegen kann der Erblasser ein Vermächtnis aussprechen und Auflagen erteilen.

Durch das Vermächtnis erhält eine Person einen Vermögensvorteil, die von dem Erblasser nicht als erbberechtigte Person berücksichtigt wurde. Der Vermächtnisnehmer kann seinen schuldrechtlichen Anspruch gegenüber einer erbberechtigten Person geltend machen.

Mit der Auflage wird in der Regel eine erbberechtigte Person beschwert. In diesem Fall erfolgt der Vermögensübergang erst, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt oder der Rechtsnachfolger sich dazu bereit erklärt, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.

Beispiel:

Eine Erbin wurde von dem Erblasser mit der Auflage bedacht, nach dem Tod die Beerdigungskosten zu übernehmen.

Müssen sich mehrere erbberechtigte Personen über ein Erbvermögen auseinandersetzen, kann der Erblasser eine Teilungsanordnung verfügen. Hiermit kann er noch zu Lebzeiten festsetzen, in welcher Form sich eine Erbengemeinschaft über sein Vermögen auseinandersetzen muss. Er kann z.B. bestimmen, dass seine Töchter die Geschäftsführung seines Betriebes übernehmen und diesen nach seinen Vorstellungen fortführen.

Mit der Teilungsanordnung kann ein Erblasser auch bestimmen, dass bestimmte Nachlassgegenstände auf bestimmte Personen übergehen.

In der Verfügung von Todes wegen kann ein Erblasser auch eine Testamentsvollstreckung anordnen. Der Testamentsvollstrecker ist in der Regel ein Rechtsanwalt oder ein Notar. Der Erblasser kann aber auch jede andere Person zum Testamentsvollstrecker bestimmen.

Enthält der letzte Wille keine ausdrückliche Anordnung zur Testamentsvollstreckung, wird dem zuständigen Nachlassgericht die Aufgabe zu kommen, einen geeigneten Testamentsvollstrecker zu bestimmen.

Pflichtteilsentziehung und Pflichtteilsbeschränkung gehören auch zu den erbrechtlichen Verfügungen, die ein Erblasser bei der Errichtung eines letzten Willens regeln kann.

Die Gründe, die den Erblasser zur Entziehung des Pflichtteils einer bestimmten Person veranlassen, müssen im Zeitpunkt der Testamentserrichtung vorliegen und in dem Dokument genannt werden. Ein Grund hierfür könnte z.B. sein, dass der Sohn oder die Tochter dem Erblasser nach dem Leben trachtet (§ 2333 Absatz 1 Punkt 1 BGB).

Hat sich herausgestellt, dass eine pflichtteilsberechtigte Person mit dem Erbvermögen nicht in der vom Erblasser gewünschten Art und Weise umgeht, kann er den Pflichtteil dieser Person gemäß § 2338 Absatz 1 BGB beschränken.

Das Berliner Testament – eine Alternative für Ehegatten

Für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner besteht nach dem deutschen erbrecht die Möglichkeit des Ehegattentestaments. In diesem Fall treffen die Partner eine gemeinsame Verfügung von Todes wegen.

Was ist ein Ehegattentestament?

Bei dem Ehegattentestament regeln die Ehepartner oder die eingetragenen Lebenspartner ihren Nachlass in der Weise, dass sie sich gegenseitig zum Alleinerben einsetzen. Auch wenn die Eheleute einen gemeinsamen Sohn oder eine gemeinsame Tochter haben, ist nach dem Tod eines Ehepartners nur der überlebende Ehegatte erbberechtigt.

Die Kinder können ihre erbrechtlichen Ansprüche erst dann geltend machen, wenn der letzte Elternteil verstorben ist. Voraussetzung hierfür ist, dass sie in der gemeinsamen Verfügung der Eltern von diesen zum Schlusserben bestimmt wurden. Den Eltern steht es frei, neben den eigenen Abkömmlingen jede andere Person zum Schlusserben zu bestimmen.

Was ist bei Abschluss eines Ehegattentestaments zu beachten?

Errichten Eheleute oder eingetragene Lebenspartner eine gemeinschaftliche Verfügung über ihren letzten Willen, müssen sie die sogenannte Bindungswirkung beachten. Bei der getroffenen Vereinbarung geht der deutsche Gesetzgeber davon aus, dass diese wechselbezüglich getroffen wurden (§ 2270 BGB).

Wechselbezüglich bedeutet, dass ein Ehepartner seine Entscheidung nicht ohne die Entscheidung seines Partners getroffen hätte. Sie können nur im gegenseitigen Einvernehmen der beiden Ehe- oder Lebenspartner widerrufen oder geändert werden. Ist einer der beiden Partner bereits verstorben, bleiben die in einem Ehegattentestament getroffen Vereinbarungen gültig. Sie können weder widerrufen noch abgeändert werden.

Das Nottestament

Das deutsche Erbrecht sieht vor, dass die Bestimmung eines Erben durch eine testamentarische Verfügung durch den Erblasser eigenhändig zu erfolgen hat. Eine Ausnahme hiervon ist das Nottestament.

Was ist ein Nottestament?

Das Nottestament stellte eine außerordentliche Form der Verfügung von Todes wegen dar. Der letzte Wille kann nur in mit einem Nottestament erklärt werden, wenn eine Notsituation dies erfordert. Dies ist z.B. der Fall, wenn eine Person um sein Leben fürchten muss und sich kein Notar in der Nähe befindet.

Welche Arten des Nottestaments werden anerkannt?

Im BGB werden drei Arten von Nottestamenten unterschieden:

  • Steht für die Errichtung einer schriftlichen Verfügung über den letzten Willen kein Notar zur Verfügung, kann der Erblasser seine Anordnungen auch schriftlich vor dem Bürgermeister erklären. Voraussetzung für die Rechtswirksamkeit ist, dass außer dem Erblasser und dem Bürgermeister noch zwei weitere Personen sind, die das Nottestament bezeugen können.
  • Das Drei-Zeugen-Nottestament gilt in absoluten Notsituationen. Hier ist es dem Erblasser nicht mehr möglich, den letzten Willen vor dem Bürgermeister abzulegen. Zwingend erforderlich ist, dass drei Zeugen anwesend sind und das schriftliche Dokument in deutscher Sprache abgefasst wird. Stirbt der Erblasser, bevor er es durch seine Unterschrift genehmigen kann, ist das Drei-Zeugen-Nottestament als ungültig anzusehen.
  • Befindet sich der Erblasser auf einer Seereise und muss er dort um sein Leben fürchten, kann er seinen letzten Willen in Form eines Seetestaments verfassen. Hierzu reicht nach § 2250 Absatz 3 BGB eine mündliche Erklärung des Erblassers, wenn er diese vor mindestens drei Zeugen abgibt.

Wann wird ein Nottestament ungültig?

Für den Fall, dass ein Erblasser drei Monate nach Errichtung eines Nottestaments noch lebt, sieht § 2252 BGB vor, dass die in der Notsituation getroffene Verfügung von Todes wegen ungültig ist.

Wie kann ein letzter Wille widerrufen werden?

Möchte der Verfasser einer testamentarischen Verfügung eine frühere Bestimmung über den Nachlass zurücknehmen, hat er jederzeit die Möglichkeit, die alte Fassung des Testaments zu widerrufen. Um den bisherigen letzten Willen wirksam zu widerrufen, reicht es aus, wenn der Verfasser das alte Exemplar vernichtet.

Möchte der Erblasser das Erbe einem anderen Erben zukommen lassen, kann er eine neue Verfügung von Todeswegen treffen. In diesem Fall ist es nicht zwingend erforderlich, dass die alte Ausfertigung vernichtet wird. Hat der Erblasser beide Dokumente mit Ort und Datum versehen, ist für jeden sichtbar, dass die jüngste Verfügung über das Vermögen des Erblassers gültig sein soll.

Testamentarische Verfügung und Scheidung

Lässt sich ein Ehepartner scheiden, wird die testamentarische Verfügung, in der er den anderen Partner zum Erben über sein Vermögen bestimmt, mit Inkrafttreten des Scheidungsbeschlusses unwirksam. Stirbt der bedachte Ehepartner, bevor ein Scheidungsurteil rechtskräftig wird, verliert die letztwillige Verfügung bereits mit diesem Datum seine Rechtskraft.

Die letztwillige Verfügung eines Erblassers bleibt nur dann bei einer Scheidung bestandskräftig, wenn eindeutig geklärt ist, dass die in einer testamentarischen Verfügung getroffenen Entscheidungen auch über eine Scheidung von dem Ehepartner hinaus gelten sollen. Der Beweis muss von der Person erbracht werden, die ihren Erbanspruch nach der Scheidung verlieren würde.

Die Regelungen zur Nichtigkeit einer testamentarischen Verfügung gelten auch für den Fall, dass die Eheleute sich scheiden lassen möchten und während der Ehe ein gemeinschaftliches Ehegattentestament verfasst haben. Auch dieses wird spätestens mit der Bestandskraft eines Scheidungsurteils unwirksam.

Vertrauen Sie auf die Erfahrung eines Anwalts für Erbrecht in Hannover

Ein fachkundiger Rechtsanwalt unterstützt seine Mandanten in allen Fragen zum Erbrecht. Bei der Errichtung eines Testaments oder eines Erbvertrages steht er Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Haben Sie weitere Fragen, wie Sie Ihren Nachlass planen oder welche Pflichten auf Sie zukommen, wenn Sie ein Vermögen geerbt haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Berater für Erbrecht in Hannover.

Wie und wann kann der letzte Wille angefochten werden?

Auch wenn der Sohn oder die Tochter sich nicht mit dem letzten Willen eines Elternteils abfinden, müssen sie es in der Regel akzeptieren, dass sie nicht Erbe bedacht werden. Die Möglichkeit zur Anfechtung eines Testaments bestehen nur, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Verfasser sich über einen rechtserheblichen Sachverhalt im Irrtum befand, ihm gedroht wurde eine bestimmte Verfügung zu treffen oder er geistig nicht mehr dazu in der Lage war, seinen letzten Willen klar und eindeutig auszudrücken.

Mit einer wirksamen Anfechtung wird der letzte Wille eines Erblassers nichtig. Dies bedeutet, dass die von ihm getroffenen Verfügungen über seine Nachlassgegenstände keine Außenwirkung mehr entfalten können. Liegt keine Verfügung von Todes wegen vor, die danach getroffen wurde, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung.

Wer die letztwillige Verfügung eines anderen anfechten möchte, muss den Beweis erbringen, dass ein Grund vorliegt, der zur Nichtigkeit des Dokuments führt. Kann dieser Beweis nicht erbracht werden, bleibt die testamentarische Verfügung rechtskräftig.

Wo sollte der letzte Wille aufbewahrt werden?

Das deutsche Erbrecht sieht für die Aufbewahrung des letzten Willens keine besonderen rechtlichen Vorgaben vor. Das Testament kann im heimischen Tresor ebenso verwahrt werden wie in einer Schreibtischschublade oder in einer wichtigen Dokumentenmappe. Der Testamentserrichter sollte aber dafür Vorsorge treffen, dass der letzte Wille im Falle seines Todes auch gefunden wird. Auf der sicheren Seite ist der Testator, wenn er eine vertrauenswürdige Person einbezieht und nur diese weiß, wo das Testament aufbewahrt wird.

Den Finder eines Dokuments, das den letzten Willen einer anderen Person ausweist, trifft die Verpflichtung, dieses unverzüglich beim zuständigen Nachlassgericht abzugeben. Anderenfalls begeht die Person eine Tat, die nach den §§ 267,274 StGB strafrechtlich verfolgt werden kann.

Die Hinterlegung des letzten Willens

Um Vorsorge darüber zu treffen, dass ein letzter Wille nicht abhandenkommt und das eigene Vermögen nach der Rangfolge verteilt wird, die der Gesetzgeber festgelegt hat, empfiehlt es sich für den Verfasser das Testaments, bei dem zuständigen Nachlassgericht in amtliche Verwahrung zu geben. Als zuständiges Nachlassgericht gilt in diesem Fall das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Testamentserrichter seinen letzten Wohnsitz hatte.

Haben zwei Eheleute ein Ehegattentestament errichtet, können sie dieses nur gemeinsam aus der amtlichen Verwahrung herausnehmen.

Mit der Hinterlegung des letzten Willens beim Nachlassgericht ist nicht ausgeschlossen, dass der Testator einen neuen letzten Willen formulieren darf. Auch hier gilt, dass letztendlich die testamentarische Verfügung wirksam ist, die mit dem jüngsten Datum versehen ist.

Vermeiden Sie Fehler, die zu einem späteren Zeitpunkt teuer werden. Lassen Sie sich dazu ausführlich von einem Rechtsanwalt beraten.

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Kosten der amtlichen Verwahrung des letzten Willens

Für die amtliche Verwahrung eines letzten Willens fallen seit dem 01. August 2013 nur noch Gerichtskosten an. Das zuständige Nachlassgericht berechnet nach KV Nr. 12100 GNotKG eine Pauschale von 75 Euro. Für die Registrierung im Zentralen Testamentsregister fallen weitere 18 Euro an. Der Wert des Nachlassvermögens spielt bei den Kosten für die amtliche Verwahrung der testamentarischen Verfügzug keine Rolle mehr.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die amtliche Verwahrung des letzten Willens auf 93 Euro.

Welche Dokumente benötigt das Gericht für die amtliche Verwahrung

Für die amtliche Verwahrung benötigt das zuständige Nachlassgericht Dokumente, die von dem Testator beizubringen sind. Hierzu zählen neben dem Testament, der Personalausweis und die Geburtsurkunde. Alternativ reicht es aus, wenn die Geburtsregisternummer des Geburtsstandesamtes bekannt ist.

Eine Alternative zur testamentarischen Verfügung – der Erbvertrag

Statt eines Testaments kann der letzte Wille auch in Form eines Erbvertrages abgeschlossen werden. Vom Testament unterscheidet sich der Erbvertrag hauptsächlich dadurch, dass es sich hierbei um eine zweiseitige Willenserklärung handelt. Während eine testamentarische Verfügung von nur einer Person errichtet werden kann, wird ein Erbvertrag in der Regel zwischen zwei Personen abgeschlossen.

Was ist ein Erbvertrag?

Als Verfügung von Todes wegen sieht das deutsche Erbrecht neben der testamentarischen Verfügung auch den Erbvertrag an.

Den Erbvertrag gibt es in zwei Varianten:

  • Mit dem einseitigen Erbvertrag regelt eine Person seinen eigenen Nachlass.
  • In einem zweiseitigen Erbvertrag bestimmen beide Vertragspartner wie mit einer Sache umzugehen ist, wenn einer der Partner verstirbt.

Beispiel:

Ein unverheiratetes Paar kauft sich gemeinsam eine Immobilie. Stirbt einer der Partner, kommt die vom Gesetzgeber gewollte Rangfolge der erbberechtigten Personen zur Anwendung. In dieser Ordnung ist ein Lebensgefährte nicht vorgesehen.

Mit einem Erbvertrag können die Partner beschließen, dass der Immobilienanteil des verstorbenen Partners auf den überlebenden Partner übergeht.

Welche Vorteile hat der Erbvertrag?

Ähnlich wie bei einem Ehegattentestament geht auch von einem Erbvertrag eine Bindungswirkung aus. Die Vereinbarungen im Erbvertrag können nur durch eine gemeinsame Erklärung aufgehoben oder abgeändert werden. Mit der Bindungswirkung des Erbvertrages sind beide Partner geschützt.

Mit dem Erbvertrag lassen sich auch Vereinbarungen aus dem Güterrecht realisieren. Dies ist mit einer testamentarischen Verfügung nicht möglich. So kann eine Leistung auch mit einer Gegenleistung verbunden sein.

Welche Nachteile sind mit dem Abschluss eines Erbvertrages verbunden?

Nachteilig ist, dass der Gesetzgeber auch für den Erbvertrag eine notarielle Beurkundung fordert. Ohne die Beurkundung des Notars sind die Reglungen des Erbvertrages für keine der beiden Vertragspartner bindend.

Die Bindungswirkung des Erbvertrages kann sich auch zu einem Nachteil für einen der Partner entwickeln. Dies ist der Fall, wenn sich die Rahmenbeziehungen der Verbindung geändert haben. Regelungen können nur zu einer Änderung oder Aufhebung des Vertrages führen, wenn beide Vertragspartner zustimmen. Wird ein Einzeltestament verfasst, muss der Errichter nicht die Genehmigung einer bedachten Person einholen.

Was kann mit einem Erbvertrag geregelt werden?

Ebenso wie bei einer testamentarischen Verfügung ist auch das Instrument des einseitigen Erbvertrages dazu gedacht, einen oder mehrere Nachlassgegenstände nach den persönlichen Vorstellungen des Errichters zu verteilen.

In einem zweiseitigen Erbvertrag werden häufig Vereinbarungen getroffen, die eine Seite begünstigen sollen, wenn die andere verstirbt.

Kann ein Erbvertrag widerrufen werden oder angefochten werden?

Wenn beide Partner sich einig sind, kann eine die erbrechtliche Verfügung in einem Erbvertrag aufgehoben oder geändert werden. Die Zustimmung beider Vertragsparteien ist zwingend erforderlich.

Für die Aufhebung oder Änderung ist die Hinzuziehung eines Notars erforderlich. Möchten die beiden Partner eine andere Verfügung treffen, können sie einen neuen Erbvertrag abschließen. Soll die bisherige Regelung aufgehoben werden, ohne dass eine Vereinbarung getroffen wird, reicht der Abschluss eines Aufhebungsvertrages aus.

Kann der Pflichtteil mit einem Erbvertrag ausgeschlossen werden?

Soll eine Person, die nach der Rangfolge des Erbrechts erbberechtigt wäre, von dem Übergang des Erbvermögens ausgeschlossen werden, errichtet der Erblasser ein Testament. Hier kann er ausdrücklich den Namen der Person erwähnen, die er nicht mit seinem letzten Willen bedenken möchte. Diese Person ist dann pflichtteilsberechtigt. Auch diese Pflichtteilsberechtigung kann ganz oder teilweise durch die testamentarische Verfügung aufgehoben werden, wenn der Erblasser triftige Gründe anführt.

Eine solche Möglichkeit ist den Personen, die einen Erbvertrag errichten, verwehrt.

Welche Kosten kostet die Errichtung eines Erbvertrages?

Die Kosten für die notarielle Beurkundung eines Erbvertrages hängen von dem Verfahrenswert ab.